Stressabbau
Unter Stress zu stehen, sei es, weil man wütend und genervt ist, weil eine Aufgabe einen überfordert oder weil man grundsätzlich Angst hat, seine Dinge nicht richtig auf die Reihe bringen zu können, ist ein Zustand, bei dem man gleichsam unter Strom steht. Man zittert, vibriert, ist überreizt und braucht dringend einen Ableiter, um wieder „normal“ zu werden.
Ganz schlecht ist es, den nächstbesten Menschen als Ableiter für den Stressstrom, der einen durchjagt, zu missbrauchen, so nahe das leider für viele Stressgeplagte liegt. Zwar kann es sein, dass es einen selbst erleichtert, wenn man die überreizte Stresssituation dafür nutzt, den Freunden, dem Partner oder den Kindern endlich mal so richtig die Meinung zu sagen, wenn sie einem in die Quere kommen. Doch wird man dabei im besten Fall nicht ernst genommen, im schlimmsten Fall aber schockiert man sein Gegenüber so sehr mit plötzlichen Gefühlsausbrüchen, dass manchmal lange dauert kann, bis so eine Situation wieder bereinigt ist.
Wer sich in Stresssituationen kennt und weiß, wie sehr man darin überreagieren oder auch in depressiv schlechter Laune versinken kann, wird mit der Zeit hoffentlich Strategien entwickeln, um seine schlechte Laune weder an anderen auszulassen, noch sich selbst in die Hölle zu wünschen.
Der beste Rat in Sachen Stressabbau ist sicherlich, sich einfach körperlich auszutoben. Manchmal hilft da schon ein Spaziergang in der frischen Luft oder der Gang ins Fitnessstudio, wo man imaginäre Wettkämpfe mit den Stressverursachern auskämpfen kann.
Ruhigere Naturen schreiben seitenlang ihr Tagebuch voll, rufen die beste Freundin oder die Mama an oder verkriechen sich einfach mal vor dem Fernseher, mit einem Gesichtsausdruck, der sagt: „Lasst mich mal eine Zeitlang in Ruhe!“
Sollte eine Stresssituation aber nichts Vorübergehendes, sondern etwas zutiefst mit dem Alltag verwurzelt sein, dann bleibt wohl nur eines zu bedenken: Des Dichters Rilkes Spruch: „Du musst dein Leben ändern!“